— Paragraphien

The American Bettmann

Was macht man, wenn man krank im Bette liegt? Richtig: Filme ansehen.

Und dabei denkt man sich wieder einmal, dass Postmoderne – natürlich – auch heißt: „Anything goes“. Denn da kann man nun also schauen, wie ein amerikanischer (daher per se wurzelloser und deshalb um so mehr auf die eigenen, kurzgewachsenen als Tradition pochender / oder sich eben deshalb umso schmerzhafter der Abwesenheit der eigenen, persönlichen Wurzeln bewusst seiender) Profikiller, gespielt von George Clooney, in einem Film von Anton Corbijn, zu der Musik von Herbert Grönemeyer in einem dunkelblauen Fiat Tempra durch die malerischen Abruzzen melancholiert. Das hätten Sie mal jemandem in den 90ern erzählen sollen. Sie wissen schon, zu Zeiten von Clooneys Batman-Persiflage. Oder war das als ernsthafter Beitrag zur Reihe gedacht? Man weiß es nicht. Mr. Freeze. Tss. But anyway – Batman aside: The American ist tatsächlich natürlich ein ganz wunderbarer Film, den wir hiermit vorbehaltlos empfehlen möchten. Ich und ich. Wir zwei.

Und wo Sie gerade sagen „Videoregisseur debutiert auf der großen Leinwand“: Weiterhin fragen wir uns, was eigentlich bei The Green Hornet so unfassbar schiefgegangen ist, dass wirklich restlos alles, was Michel Gondry ausgemacht hat, in einer schmoddriggrünen Hollywoodpastete verpufft ist. Tss.

 

Zuerst erschienen auf freitag.de